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Steffen Harzer
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(Hier der Artikel aus dem "Freien Wort" vom 13. Juli 2010 zu dem der Leserbrief entstand)
Leserbrief zum Artikel „Dreckloch oder Zentrumsmagnet“ mit vollständigen Inhalt und hier das Veröffentlichte
Dem Kommentar, der für eine konstruktive Behandlung des Projektes von Dr. Lickert plädiert, ist zuzustimmen. Gerade für Bewohner der Innenstadt, welche auf fußläufig erreichbare Einkaufsmärkte angewiesen sind, ist die Einrichtung eines Großmarktsortiments am Bachplatz notwendig. Es gibt auch in diesem Bereich Senioren, Menschen mit Behinderungen, Benutzer von Rollatoren und Eltern mit Kinderwagen. Diese stehen mit der zu Jahresende angekündigten Schließung eines Marktes in der Schlossparkpassage vor einem Problem. Darum haben wir uns als Stadträte zu kümmern, es kam folgerichtig auch im Bauausschuss bei der Vorstellung des Konzeptes von Lickert frühzeitig zum Ausdruck. Ich bezweifle, dass die Betroffenen in der von Frau Dr. Laube favorisierten Angebotspalette „gutes Geschirr und Oliven“ einen gleichwertigen Ersatz für die so genannten Waren des täglichen Bedarfs erblicken können. Bevor sich Menschen aber edleren Genüssen hingeben, wollen sie im Allgemeinen aber erst einmal unspektakulärere Versorgungsgrundgüter ausreichend und in erreichbarer Entfernung angeboten bekommen.
Das die mit der Denkmalpflege befassten Fachleute und Behörden sich für den weitestgehenden Erhalt von Denkmalsubstanz, sei diese wie im Fall des so genannten Altan auch noch so sehr durch den Lauf der Jahrzehnte dezimiert worden, einsetzen, ist völlig in Ordnung. Sie haben in der Stadt Hildburghausen immer einen aufgeschlossenen Partner gefunden. Dass die Bedeutung des Altans allerdings erst jetzt, bei Antritt eines ernst zunehmenden Investors, so energisch geäußert wird, überrascht. Zudem muss eine Kommune wie Hildburghausen neben dem Denkmalschutz auch immer andere Gesichtspunkte berücksichtigen: Neben der Erhaltung historischer Substanz muss auch deren für die Nachwelt vertretbare praktische Nutzung, welche den zweifelsfrei bei jedem Baudenkmal hohen finanziellen Aufwand rechtfertigt, gegeben sein. Dies war bei Stadttheater, Bürgerpalais, Meyers Bibliografischem Institut, Rathaus und anderen Objekten der Fall.
Im Falle der Schlossrudimente ist eine solch gelungene Symbiose von wirtschaftlichen sowie Interessen des Denkmalschutzes und der Stadtentwicklung schwierig.
Die Positionen der Freien Wähler sind zudem widersprüchlich. Denn während man den Altan aus Gründen des Denkmalschutzes vorgeblich bewahren will, erfüllt die Grundskizze von Frau Dr. Laube nicht einmal die von der Stadt aus ebendiesen Gründen aufgemachte Forderung, die Neuinvestition in der dreiseitigen Kubatur des ehemaligen Schlosses zu realisieren.
Zudem waren es die Freien Wähler, welche mit Vehemenz den Abriss des so genannten Sendelbachshauses in der Mitzenheim- Straße durchsetzten. Statt den in Aussicht stehenden Investor für einen dortigen Seniorensitz zu unterstützen, wurde eine weitere trostlose Brachfläche geschaffen. Da erstaunt der plötzliche Einsatz im Bereich Bachplatz doch sehr.
So sehr auch unsere Fraktion die Schließung des Schlosskellers geschmerzt hat: das Loch in der Innenstadt, welches heute noch als Parkplatz dient, gehört geschlossen. Dazu werden nach dem Investor wohl auch andere Beteiligte Kompromissbreitschaft zeigen müssen.
Mathias Günther
Fraktion Die Linke, Bauausschussvorsitzender
"Im Neuen das Alte erhalten"
Bauausschuß Hildburghausen - Artikel im "Freien Wort" vom 18. Juni 2010
„Hildburghausen verändert seinen Wald nach Plan“
Gut dreißig Bürger folgten kürzlich der Einladung der Hildburghäuser Stadtförster Bernd Hoffmann und Christian Brändel zur Waldbegehung. Mit dabei: Der Vorsitzende des Umweltausschusses im Thüringer Landtag, Tilo Kummer, der 1. Beigeordnete der Stadt Hildburghausen, Siegfried Naujoks, sowie weitere Stadträte.
Bei strahlendem Sonnenschein traf man sich an der Zufahrt zum ehemaligen Schießplatz und wanderte später in Richtung Fürstenweg.
Eingangs gab Dr. Peter Nowak an Hand einer Karte einen Überblick über das Konzept der mittelfristigen Umwandlung des früheren Altersklassenwaldes in einen Dauerwald mit einzelstammweiser Nutzung. Dieser Prozess soll in Hildburghausen bis 2040 abgeschlossen sein. Der Verjüngung der Waldbestände durch Naturnähe, also der Vermehrung des Baumbestandes aus eigener Kraft durch die Kombination Sonne, Pflanze und geeignetem Standort, kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Mittelfristig ändern sich damit die Anteile einzelner Baumarten. Laut gültigem Waldumbaukonzept der Kreisstadt werden 2040 vierzehn Prozent weniger Fichten und knapp neun Prozent weniger Kiefern den Hildburghäuser Stadtwald zieren. Dafür werden sich die Buchen- und Eichenbestände um jeweils fast acht bzw. sieben Prozent erhöhen.
Wurden die Nadelholzbestände entsprechend der Lehre von Max Preßler seit 1858 nach dem Plantagenprinzip als Monokulturen gepflegt, setzte sich zögerlich, aber kontinuierlich, seit 1920 die Waldreinertragslehre von Karl Geyer immer mehr durch. Nowak verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass der Hildburghäuser Stadtwald inzwischen wiederholt von Forstleuten und Waldbesitzern aus ganz Deutschland mit Interesse und Anerkennung zu Studienzwecken aufgesucht werde. Bernd Hofmann ergänzte nicht ohne Stolz, dass sich demnächst auch französische Kollegen des Forstprogramms „Alpha plus“ in Zeiten des Klimawandels ein Bild vor Ort machen wollten.
Hofmann wie Nowak gingen auch auf die wirtschaftliche Bedeutung des Stadtwaldes ein. So erzielte die Stadt im Jahresdurchschnitt einen Gewinn von 130 000 Euro. Dies, obwohl in Hildburghausen mehr aufgeforstet als eingeschlagen würde. Hoffmann bezeichnete eine Verdoppelung dieses Betrags unter Umständen als möglich. Dazu müsse aber weiterhin auf die Unterbindung von Verbiß- und Schälschäden durch Wild in bestimmten Revieren geachtet werden. Diese Schälschäden verursachen zum Beispiel bei einigen wertvollen Baumarten Fäulnis, welche letztlich eine wirtschaftliche Nutzung des gesamten Baumes verhindere. Daher seien die Jäger im Stadtwald angehalten, Wildbestände im Rahmen der bestehenden Jagdgesetzlichkeiten konsequent zu bejagen. Hierbei sei es immer wieder eine Herausforderung, die kommunalen Interessen als Waldbesitzer und – nutzer mit denen der Jägerschaft in Einklang zu bringen. Ausdrücklich lobte der Stadtförster die Inhaber von Hildburghäuser Jagdpaketen für deren Akzeptanz des städtischen Forstkonzeptes.
Hoffmann bedankte sich am Ende für das Interesse aller Teilnehmer und insbesondere für das Engagement von Dr. Nowak. Dieser habe in den vergangenen Jahren nicht nur mit den Förstern gemeinsam die Umsetzung des Hildburghäuser Waldwirtschaftskonzeptes intensiv begleitet, sondern im Rahmen seiner Tätigkeit im Umweltausschuss auch die stattgefundene Waldbegehung langfristig mit vorbereitet. Nowak habe auch darauf bestanden, dass die Begehung nicht nur für Verwaltungsmitarbeiter und Stadträte, sondern für alle Bürger zugänglich wurde, ergänzte der Forstmann schmunzelnd.
Spielplatz revitalisiert: Wahlziel der Linken. erfüllt
Pünktlich zum Internationalen Kindertag ist es soweit: der Spielplatz in der Friedensstraße, inmitten eines großflächigen Hildburghäuser Wohngebietes mit Plattenbauten der städtischen Wohnungsgesellschaft, wurde revitalisiert. Um neun Uhr eröffnete Bürgermeister Steffen Harzer in Anwesenheit des Geschäftsführers der Wohnungsgesellschaft, Bernd Klering, sowie von Stadträten der Linken. und der SPD das Areal. Dieses wurde auch umgehend von Kindern aus der nahe gelegenen KiTa und benachbarten Wohneinheiten begeistert „zurückerobert“.
Die Wohnungsgesellschaft hat nach Angaben ihres Geschäftsführers dafür 17 000 Euro investiert. Zur Attraktivität von Wohngebieten gehörten auch solche Spieleinrichtungen, damit junge Familien sich in Hildburghausen geborgen fühlen können, so Klering.
Dies entspricht auch dem städtebaulichen Verständnis der Linken.: Deren Stadtratsfraktion hatte die Revitalisierung des Spielplatzes in ihr Wahlprogramm zur letzten Stadtratswahl aufgenommen und durch Aufsichtsratsmitglied Karl- Heinz Vonderlind in einer Aufsichtsratssitzung vorgeschlagen.
Für die Umsetzung des Vorhabens dankte die Vorsitzende des Kultur- und Sozialausschusses Sabine Läffert (Linke.) der städtischen Wohnungsgesellschaft bereits in der Sitzung des Stadtrates am vergangenen Mittwoch.